Beschreibung
Augsburg arbeitet mit dem sogenannten CO₂‑Restbudget: Für die Stadt gilt seit 2021 ein festes Restbudget, das die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen soll. Zusätzlich gibt es Ziele für die Stadtverwaltung zur Erreichung der Klimaneutralität, Klimaschutzziele für die Region und über die Mitgliedschaft im Klima‑Bündnis. Alle Ebenen zusammen sollen dafür sorgen, dass Augsburg seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.
CO₂-Budget
(1) Augsburg setzt sich zum Ziel, ab dem 01.01.2021 ein verbleibendes CO₂-Emissions-Budget von 9,7 Millionen Tonnen einzuhalten. Dieses Ziel ist als Beitrag der Stadt Augsburg zu verstehen, die Erderwärmung mit einer 2/3-Wahrscheinlichkeit auf 1,5-Grad-zu begrenzen; Augsburg steht dabei entsprechend der Einwohnerzahl im Vergleich zur Weltbevölkerung das im IPCC-Sonderbericht ab 2018 ermittelte weltweite Restvolumen zur Verfügung.
(2) Augsburg kann allein durch die Möglichkeiten im eigenen Wirkungskreis nur ein geschätztes Budget von 20 Millionen Tonnen einhalten. Die Stadt Augsburg wird sich deshalb in allen geeigneten Gremien in Bund und Land für Rahmenbedingungen einsetzen, welche die Einhaltung des Budgets in (1) ermöglichen.
Beschluss Stadtrat vom 25.02.2021, BSV/20/05378
Hinweis zu (1): Die Neuberechnung des Restbudgets für Augsburg mit der neuen Abschätzung des IPCC (Angabe eines weltweites Restbudget von 400 Gigatonnen in dem 2022 veröffentlichten Bericht) ergab ein CO₂-Budget von 13,1 Millionen Tonnen ab dem 01.01.2021. Der Klimabeirat einigt sich in der Sitzung vom 30. November 2022 darauf, das beschlossene Budget von 9,7 Millionen Tonnen als Orientierungsgröße mit den bekannten Unsicherheiten stehen zu lassen und keinen aktualisierten Stadtratsbeschluss herbeizuführen. Im Klimabeirat wurde auch auf die unterschiedlichen Berechnungen der Restbudgets in den IPCC-Berichten (Sonderbericht 1,5 °C, Sechster Sachstandsbericht) und im Bericht des deutschen „Sachverständigenrat für Umweltfragen“ verwiesen.
Klimaneutrale Stadtverwaltung
Für die Stadtverwaltung Augsburg gibt es mit Stadtratsbeschluss vom 28.07.2022 im Rahmen des Blue-City-Klimaschutzprogramms ein Klimaneutralitätsziel (https://ratsinfo.augsburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=13600):
❖ „Eine klimaneutrale Stadtverwaltung Augsburg ist bis 2035 anzustreben.“
Hinweis: Eine Startbilanz für die Klimaneutrale Stadtverwaltung findet sich im Klimaschutzbericht 2024.
Regionales Klimaschutzziel
Unter Einbeziehung der Öffentlichkeit sowie aller gesellschaftlich relevanter Akteure streben die Stadt Augsburg, der Landkreis Augsburg und der Landkreis Aichach-Friedberg gemeinsam und in Anlehnung an die Klimaschutzziele der Bundesregierung an, die CO₂-Emissionen im Wirtschaftsraum Augsburg bis zum Jahr 2030 (zum standardisierten Bezugsjahr 2009, da hier Energiezahlen über das Regionale Klimaschutzkonzept vorhanden sind) um 55 % zu reduzieren.
Ergänzung: Die Stadt Augsburg und die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg orientieren ihr Handeln dabei am Szenario „Dreisprung“, das auf der Grundlage und in Ergänzung des Regionalen Klimaschutzkonzeptes für den Wirtschaftsraum Augsburg erstellt wurde. Beschluss Stadtrat vom 20.12.2012, BSV/12/00494
CO₂-Reduktionsziel über die Mitgliedschaft im Klima-Bündnis
Die Mitglieder des Klima-Bündnisses verpflichten sich zu einer kontinuierlichen Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen. Ziel ist, den CO₂-Ausstoß alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Dabei soll der wichtige Meilenstein einer Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen (Basisjahr 1990) bis spätestens 2030 erreicht werden. Langfristig streben die Klima-Bündnis-Städte und Gemeinden eine Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Einwohner (Einwohnerin) und Jahr durch Energiesparen, Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien an. Dieses Ziel erfordert das Zusammenwirken aller Entscheidungsebenen (EU, Nationalstaat, Regionen, Gemeinde), es kann mitunter nicht durch Maßnahmen im Entscheidungsbereich der Gemeinde allein erreicht werden. Um die Entwicklungen ihrer Bemühungen im Klimaschutz zu dokumentieren, werden die Klima-Bündnis-Mitglieder regelmäßig Bericht erstatten. Diese Fassung des Klima-Bündnis-Ziels wurde von den Mitgliedskommunen auf der Jahreskonferenz 2006 vereinbart und als Satzungsänderung auf der Mitgliederversammlung 2007 beschlossen.
Ergänzung über die Erklärung von Wels (2021): Der obige Reduktionspfad ist nicht mehr ausreichend. Die Dringlichkeit, weltweit substanzielle Reduktionen zu erreichen, hat aufgrund von deutlichen Zeichen einer sich beschleunigten Erderhitzung, erheblich zugenommen. Es ist deshalb dringend erforderlich, die CO₂-Reduktionsrate ab 2020 alle fünf Jahre von 10 Prozent auf 30 Prozent zu erhöhen, mit dem Ziel, bis 2050 eine Reduktion der CO₂-Emissionen von mindestens 95 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu erreichen. Das langfristige Ziel von 2,5 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Person ist nicht mehr mit der neuen Verpflichtung bzw. dem 1,5°C-Ziel des IPCC vereinbar und entfällt.
Hinweis: Augsburg ist seit 1998 Mitglied im Klima-Bündnis der europäischen Kommunen. Diese Mitgliedschaft bedeutet auch die freiwillige Verpflichtung der Stadt auf CO₂-Reduktionsziele. Auf der Mitgliederversammlung des Klima-Bündnisses im Jahre 2005 wurde die Anfertigung von CO₂-Bilanzen durch die Mitgliedskommunen beschlossen. Der Klimaschutz-Planer (siehe https://www.klimaschutz-planer.de) ist die aktuelle vereinseigene, internetbasierte Software des Klima-Bündnis zum Monitoring des kommunalen Klimaschutzes. Über den Einsatz des Bilanzierungstools in der Stadt Augsburg informiert der Klimaschutzbericht 2018. Eine neue Bilanzrechnung (Klimaschutzbericht 2024) erschien im Januar 2024).
Das Wichtigste auf einen Blick
- Augsburg hat ein CO₂‑Restbudget von 9,7 Mio. Tonnen als Zielgröße festgelegt (Start: 2021).
- Die Stadtverwaltung strebt Klimaneutralität bis 2035 an.
- Die Region Augsburg will die Emissionen bis 2030 um 55 % senken (Basisjahr 2009).
- Durch die Mitgliedschaft im Klima‑Bündnis verpflichtet sich Augsburg zu deutlichen CO₂‑Reduktionen und regelmäßiger Berichterstattung.
- Neue internationale Einschätzungen zeigen höhere Restbudgets, doch Augsburg hält an den strengeren 9,7 Mio. Tonnen fest.